DIE SCHEIDUNGSFEIER  
                                        ab 14. Oktober 2018
 

Regie: Anselm Lipgens
Assistenz: Gaby Gruber

mit
Claudia Androsch, Anita Gramser,
Anita Kolbert, Angela Schneider,
Robert Ritter, Ronald Rudoll

Musik: Paul Hertl
             

 

"Die Scheidungsfeier" ist 2017 von
Univ.-Prof. DDr. Vladko Murdarov

ins Bulgarische übersetzt und von blackflamingopublishing als Buch herausgegeben worden.

 


Robert Ritter, Claudia Androsch


Anita Kolbert, Claudia Androsch 

 
  Angela Schneider

Rober Ritter, Olivier Lendl

Spielorte:
Wald4tler Hoftheater, Haag, Langenlois, Bruck an der Mur,
Maria Anzbach, Klosterneuburg, Wels, Kottingbrunn, Knittelfeld, Ebergassing, Pregarten, Pfaffstätten...

Inhaltsangabe

Dolores` Ehe mit dem Slowenen Goran scheint nach 25 Jahren endgültig gescheitert zu sein.
Schuld daran ist ein mysteriöses Gerücht, zu dem Goran nicht und nicht bereit ist, Stellung
zu beziehen. Oder wenigstens einen Versuch zu setzen, den im Raum stehenden Verdacht
der Untreue mit einer blonden Kellnerin und Verschleuderung der gesamten Ersparnisse zu
entkräften.
So hat diese Ehe, die immer als Vorbild für das Gelingen vom Zusammenwachsen
verschiedener Gesellschaftsschichten und Völkerkulturen galt, also doch nicht gehalten.
Der allseits bewunderte Goran ist zum Feindbild geworden. Während die Scheidung
vollzogen wird, versucht Dolores` ältere Schwester Annegret, den bevorstehenden Schmerz,
ins gemeinsame Heim alleine zurückzukehren, mit einem seltsamen Fest abzufangen: Sie
lädt denselben Freundeskreis, der vor 25 Jahren diese Hochzeit gefeiert hatte, zu einer
Scheidungsfeier ein. Dolores soll, wie einst als junge Braut, im gleichen Blütenregen
stehen: „Damals, weil sie sich so ein Prachtexemplar geangelt hat – heute, weil sie dieses Ekel
wieder los ist.“
Die Freunde erscheinen alle. Mit ihnen aber auch ihre in den vergangenen Jahren
entwickelten Eigentümlichkeiten und die seltsamsten Vorstellungen, wie man so eine brisante
Situation am besten meistern könnte. Die Gerüchteküche brodelt, alte Vorurteile gegen
Beziehungen mit Ausländern schäumen kräftig auf. Von Betrug, Bankrott, ja sogar bis zu
Kindesmissbrauch stehen alle gängigen Verdächtigungen und Mutmaßungen im Raum.
Gorans Sachen werden zusammengerafft, gebündelt und in der Garage zwischengelagert.
Als Krönung der Säuberungsaktion soll Feng Shui letzte dunkle Restenergien eliminieren:
„Wir räuchern Goran aus dem Haus!“
Die Türe geht auf, die Rosen werden geworfen, Dolores tritt ein. Doch sie ist nicht alleine:
Hand in Hand mit Goran steht sie überglücklich und zugleich höchst verblüfft im Blütenmeer.
Sie hatten sich im allerletzten Moment auf einer kalten, abgetretenen Steinstufe des
Amtshauses ausgesprochen. Alle Zweifel sind nun beseitigt, die Liebe ist so groß wie eh und
je, und es zahlt sich aus, einen erneuten Anlauf in die gemeinsame Zukunft zu wagen.
Nach dieser unerwarteten Wende hat nun der Freundeskreis zu „wechseln“. Wie steht man
jetzt da, nach all den Verunglimpfungen und Anschuldigungen? Vor Goran, Dolores, dem
eigenen Partner und vor allem: vor sich selbst? Wie schafft man eine Kehrtwendung um
180°? Wo so vieles, was man sich selbst nie eingestehen wollte, ans Tageslicht gekommen
ist? Intoleranz, Ausländerfeindlichkeit, Neid. Gerade noch war es so leicht, über das Leben
von Dolores und Goran zu richten, aber wie sind eigentlich die eigenen 25 Jahre seit dieser
Hochzeit vergangen?
Das Stück versucht nicht das Ausländerthema in den Mittelpunkt zu stellen. Das Leben aller
Beteiligten hat seine Schrammen abbekommen, die wie unbehandelte Verletzungen über die
Jahre mitgetragen wurden, und jetzt, anhand dieser Scheidungsfeier wie eitrige Wunden
aufbrechen. Reinigend, heilend, aber auch zu tiefst schmerzvoll. Die Geschichte landet
letztendlich in Versöhnung. Man kehrt zur Tagesordnung zurück. Und wurde das eine oder
andere Fundament auch erschüttert, der Alltag aus der Komfortzone gerüttelt – so scheint man doch
auch ein Stück weitergekommen zu sein und vielleicht sogar manches „gewechselt“ zu haben.

                                                                

NÖN
.... ein Stück der Realität...im Stück kommen einem die teilweise
tragikomischen Szenen oft merkwürdig bekannt vor... wunderbar überspitzt herausgearbeitet ....
....gewürzt mit tragikomischen Szenen und viel Situationskomik entsteht so ein Bild einer
Gesellschaft, die merkwürdig bekannt vorkommt und vielleicht gerade deshalb einen neuen
Blick auf alte Muster gestattet...
Ronald Rudoll legt in dieser Gesellschaftskomödie mit scharfer
Klinge und äußerst pointierter Komik die seelischen Ungereimtheiten der „45+ Generation“
schonungslos frei.